Carel pRack pR100 and pR300
Verbundregler für Kälteanlagen
Der Carel pRack pR100 und sein Nachfolger pR300 steuern die Verdichter und Verflüssigerventilatoren eines Kälteverbunds. Ist das Supervisor-Protokoll auf MODBUS SLAVE eingestellt, sind sie mit EpiSensor Edge über Modbus RTU kompatibel, angebunden über eine Modbus-Schnittstelle ZMB-31. Das Modbus-Profil von EpiSensor liest Saugdruck und Verflüssigungsdruck, Überhitzung sowie Saug-, Druckgas- und Öltemperatur, die zeigen, wie stark der Verbund arbeitet.
Kompatibilität
Kompatibel mit EpiSensor Edge über Modbus RTU mit einer Modbus-Schnittstelle ZMB
Carel dokumentiert am pRack eine Supervisor-Schnittstelle mit wählbarem Protokoll, darunter MODBUS SLAVE, mit Standardadresse 196 und 19200 bit/s. Beim pR300 ist das die Schnittstelle BMS2 an Klemme J25 der Hauptplatine oder eine Karte PCOS004850 in BMS1. Ein ZMB-31 an dieser Schnittstelle liest den Verbund aus und sendet die Werte an das Gateway mit Edge. Die Adressen stammen aus dem Modbus-Profil von EpiSensor für den pRack.
Carel stellt die vollständige Supervisor-Variablenliste des pRack auf Anfrage zur Verfügung, daher stammen die sechs Startpunkte aus dem Profil von EpiSensor; vergleichen Sie den Saugdruck einmal mit der Anzeige des pRack. Die bei der Inbetriebnahme gewählten Einheiten des Verbunds (barg und °C oder psig und °F) bestimmen die Einheiten. Sollwerte, Verdichter- und Ventilatorregelung bleiben beim Kältefachbetrieb.
Anbinden mit
Für einen pR300 an seiner Schnittstelle BMS2 (J25) oder einen pR100 oder pR300 mit einer Karte PCOS004850 in BMS1
- Modbus
- Drahtlos
- Edge
- Plattformen
Technische Daten
Carels Handbuch zum pR300 beschreibt einen programmierbaren Verbundregler in den Hardwareausführungen S, M, D und L mit externem pGDE-Terminal oder eingebauter Anzeige. Er regelt bis zu 12 Scroll- oder Hubkolbenverdichter je Kreis, bis zu zwei Schraubenverdichter in Kreis 1 und bis zu 16 Ventilatoren je Kreis, mit Frequenzumrichtern in Saug- und Verflüssigerkreisen.1
- Versorgung
- 24 V AC (+10/−15 %) oder 28 bis 36 V DC1
- Einheiten
- Temperatur °C oder °F; Druck barg oder psig, beim Start gewählt, jeder Druck zusätzlich in eine Temperatur umgerechnet1
- Kreise und Verdichter
- Bis zu 2 Saug- und 2 Verflüssigerkreise; bis zu 12 Verdichter und 16 Ventilatoren je Kreis1
- Supervisor-Schnittstellen (pR300)
- Karte in BMS1 (PCOS004850 RS485); BMS2 an J25, optisch getrennter RS485-Slave, 3-poliger Steckverbinder, bis 1000 m1
- Supervisor-Einstellungen
- Maske Fca01: Adresse 196 (0 bis 207), Protokoll ab Werk pRACK MANAGER oder MODBUS SLAVE, 19200 bit/s (1200 bis 19200)1
- Abmessungen
- SMALL 13 DIN-Module, 110 × 227,5 × 60 mm; MEDIUM und LARGE 18 DIN-Module, 110 × 315 × 60 mm1
- Betriebstemperatur
- −40 bis 70 °C ohne eingebautes Terminal, 90 % r. F. nicht kondensierend1
- Schutzart Front
- IP40 an der Frontplatte oder IP20 bei Modellen mit USB-Anschluss oder Ultracap-Modul1
Schnittstelle
Diese Registertabelle gilt für pRack pR100 und pR300. pR300T hat eine eigene Schnittstelle und wird hier nicht behandelt.
Kommunikationseinstellungen
- Protocol
- MODBUS SLAVE, selected on screen Fca01; the default is pRACK MANAGER
- Serial port
- BMS2 on terminal J25 of the pR300 main board (E-, E+, GND), or the BMS1 card PCOS004850
- Unit address
- 196 by default, 0 to 207
- Baud rate
- 19200 bit/s by default, 1200 to 19200
- Parity and stop bits
- Not stated by Carel; EpiSensor's Modbus profile uses no parity and 1 stop bit
- Auslesen mit
- FC03 (Holding-Register)
- Adressen
- Nullbasierte PDU-Adressen, wie sie auf dem Bus übertragen werden
- Anbindung an Edge
- ZMB-31 an der BMS-Schnittstelle, eingestellt auf MODBUS SLAVE. Der pR300 ist die Weiterentwicklung des pR100 und übernimmt dessen Supervisor-Einstellungen.
Aus Benutzerhandbuch pRack pR300 +0300025EN rel. 1.5, 17.02.20201 und Modbus-Profil von EpiSensor für den Carel pRack3.
Registertabelle
| Datenpunkt | Adresse | Hex | Format | Skalierung | Einheit |
|---|---|---|---|---|---|
| Suction pressure | 1 | 0x0001 |
INT16 | ×0.1 | barg |
| Suction temperature, probe 1 | 4 | 0x0004 |
INT16 | ×0.1 | °C |
| Suction superheat | 5 | 0x0005 |
INT16 | ×0.1 | K |
| Condensing pressure | 7 | 0x0007 |
INT16 | ×0.1 | barg |
| Discharge temperature, probe 2 | 10 | 0x000A |
INT16 | ×0.1 | °C |
| Oil temperature, probe 3 | 21 | 0x0015 |
INT16 | ×0.1 | °C |
Bewertung
pRack pR100 und pR300 an einer BMS-Schnittstelle mit MODBUS SLAVE, Werte von Kreis 1 aus dem Modbus-Profil von EpiSensor. Alarme, Verdichterzustände, Kreis 2 und der pR300T erfordern die Variablenliste von Carel.
- InteroperabilitätUnter Bedingungen unterstützt
- Carel dokumentiert MODBUS SLAVE mit Adresse und Baudrate. Die Variablenliste wird auf Anfrage geliefert, daher stammt die Startvorlage aus dem Profil von EpiSensor.13
- GenauigkeitUnter Bedingungen unterstützt
- Drucktransmitter und Fühler des Verbunds gehören zum Regler selbst. Die Einheiten folgen der bei der Inbetriebnahme gewählten Einstellung barg oder psig, zu der die Vorlage passen muss.1
- SicherheitNoch nicht bewertet
- Das Handbuch beschreibt Passwörter für Benutzer, Service und Hersteller am Terminal, aber keinen Schutz an der Supervisor-Schnittstelle.1
- ZuverlässigkeitUnter Bedingungen unterstützt
- BMS2 ist auf der Hauptplatine des pR300 optisch getrennt. Edge versieht jede Lesung mit einem Zeitstempel, sodass eine ausgefallene Schnittstelle als fehlende Daten sichtbar wird.1
- RobustheitGut unterstützt
- Ausgelegt für −40 bis 70 °C ohne eingebautes Terminal, für die Montage auf der DIN-Schiene im Schaltschrank des Verbunds.1
- SkalierbarkeitUnter Bedingungen unterstützt
- Ein Regler deckt bis zu zwei Saug- und zwei Verflüssigerkreise ab. Werte von Kreis 2 und Werte je Verdichter erfordern die Variablenliste von Carel.1
Edge-Vorlage
Diese JSON-Datei enthält die Registertabelle. Wird sie auf ein vorhandenes Messgerät angewendet, ersetzt sie dessen Sensorliste, behält aber die Standortverbindung, Geräte-ID und den Aktivierungsstatus bei.
| Modell | Verbindung | Datenpunkte | Version | Aktualisiert | Herunterladen |
|---|---|---|---|---|---|
| pR100 and pR300 | Karte PCOS004850 in BMS1, BMS2 an J25 (pR300), MODBUS SLAVE in Maske Fca01 gewählt, Adresse 196, 19200 bit/s | 6 | 1.0.0 | Herunterladen |
Für Downloads benötigen Sie ein angemeldetes Konto mit Zugriff auf Edge-Downloads.
Vorlage in Edge verwenden
- JSON-Datei importieren
Öffnen Sie in Edge Einstellungen, dann Geräte und Vorlagen. Wählen Sie JSON importieren und die heruntergeladene Datei aus. Prüfen Sie, ob Modell und Vorlagenname zu Ihrem Gerät passen.
- Registertabelle für Ihr Messgerät laden
Bei einem neuen Modbus-Gerät wählen Sie Vorlage laden, bevor Sie Hersteller oder Modell eingeben. Dadurch werden diese Felder und die Registerliste ausgefüllt. Legen Sie Namen, Standortverbindung und Geräte-ID fest, prüfen Sie den Aktivierungsstatus der Abfrage und testen Sie vor dem Speichern. Wenden Sie die Vorlage bei einem vorhandenen Gerät nur auf das passende Modell an. Sie ersetzt dessen Sensorliste, behält aber Verbindung, Geräte-ID und Aktivierungsstatus bei.
- Messwert testen
Verwenden Sie Test im Assistenten und vergleichen Sie einen bekannten Messwert mit der Anzeige des Messgeräts. Prüfen Sie Einheit, Vorzeichen und Skalierung sowie fortlaufend neue Zeitstempel. Diese Einstiegskarten sind schreibgeschützt; Exporte bleiben deaktiviert, bis Sie sie einrichten.
Einrichtung
Saugdruck von Kreis 1 lesen
Das Modbus-Profil von EpiSensor legt den Saugdruck in das Holding-Register 1, als vorzeichenbehafteten Wert in Zehnteln.
- Anfrage-PDU
- 03 00 01 00 01, gesendet an Adresse 196 (0xC4)
- Adresse
- 1 dezimal = 0x0001, nullbasiert, ein Register
- Dekodierung
- Vorzeichenbehaftete 16-Bit-Ganzzahl, durch 10 teilen: Eine synthetische Antwort 00 23 ist 35, also 3,5 barg
- Vergleich mit
- Saugdruck auf der Anzeige des pRack oder am pGDE-Terminal, in barg oder psig wie bei der Inbetriebnahme eingestellt
Abnahmekriterium: Übernehmen Sie die Registertabelle, wenn der Saugdruck mit der Anzeige übereinstimmt. Die Antwortbytes sind ein Beispiel, keine aufgezeichnete Antwort. Ein Wert nahe null bei laufendem Verbund bedeutet meist, dass die Schnittstelle noch auf pRACK MANAGER steht oder die Adresse falsch ist.
-
Freie Supervisor-Schnittstelle wählen
Prüfen Sie, an welcher Schnittstelle pRack Manager oder ein vorhandenes Überwachungssystem hängt. Verwenden Sie die andere: BMS2 an J25 eines pR300 oder eine Karte PCOS004850 in BMS1.
-
MODBUS SLAVE wählen
Stellen Sie in Maske Fca01 (oder Fca02 für die zweite Schnittstelle) das Protokoll auf MODBUS SLAVE, behalten oder setzen Sie die Adresse (standardmäßig 196) und die Baudrate (19200 bit/s).
-
Schnittstelle mit einem ZMB-31 verdrahten
Schließen Sie E+, E- und GND mit einem geschirmten, verdrillten Adernpaar an den ZMB-31 an und schließen Sie den Bus ab. Stellen Sie den ZMB auf 19200 bit/s, 8 Datenbits, keine Parität und 1 Stoppbit ein.
-
Saugdruck einmal lesen
Lesen Sie das Holding-Register 1 mit FC03 an Adresse 196 und teilen Sie den Wert durch 10. Vergleichen Sie ihn mit dem Saugdruck auf der Anzeige des pRack, in den eigenen Einheiten des Verbunds.
-
Weitere Punkte ergänzen
Importieren Sie die Vorlage und prüfen Sie die Einheiten des Verbunds. Benennen Sie jeden Punkt nach seinem Kreis, zum Beispiel Saugkreis 1, und fordern Sie für alles Weitere die Variablenliste von Carel an.
-
Versorgung des Verbunds messen
Setzen Sie einen ZEM-65 oder ZDR-2X in die elektrische Versorgung des Verbunds, damit Edge den Energieverbrauch mit Saug- und Verflüssigungsdruck in Beziehung setzen kann.
Häufige Fragen
- Warum antwortet der pRack ab Werk nicht über Modbus?
- Das Supervisor-Protokoll steht beim pR100 und pR300 ab Werk auf pRACK MANAGER. Wählen Sie in Maske Fca01 (oder Fca02) MODBUS SLAVE und behalten Sie die Adresse bei, standardmäßig 196.12
- Sind die Drücke in bar oder in °C angegeben?
- Drücke sind in barg angegeben, oder in psig, wenn der Verbund in imperialen Einheiten in Betrieb genommen wurde. Carel rechnet jeden Druck zusätzlich in eine Sättigungstemperatur um. Die Vorlage liest sie als barg, nicht als °C.13
- Wo steht die vollständige Liste der Modbus-Variablen des pRack?
- Laut Carels Handbüchern zum pR100 und pR300 wird die vollständige Supervisor-Variablenliste mit Adressen und Beschreibungen auf Anfrage geliefert. Fordern Sie bei Carel oder beim Hersteller des Verbunds die Liste für die installierte Software an.12
- Welchen ZMB sollte ich an einem pRack verwenden?
- Einen ZMB-31, denn ein Verbund braucht keinen eigenen Fühler. Jeder ZMB liest 8 oder mehr Modbus-Register, je nach Modell bis zu 16 oder mehr, sodass die sechs Startpunkte auf einen ZMB passen.4
Quellen
- Benutzerhandbuch pRack pR300 +0300025EN rel. 1.5, 17.02.2020 (öffnet in einem neuen Tab)
- Benutzerhandbuch pRack pR100 +0300011EN rel. 1.3, 10.11.2015 (öffnet in einem neuen Tab)
- Modbus-Profil von EpiSensor für den Carel pRack (öffnet in einem neuen Tab)
- Datenblatt Modbus-Schnittstelle ZMB-3X, EPI-195-00 (öffnet in einem neuen Tab) (PDF)
Weiterführende Informationen
- AnwendungHACCP-Temperaturüberwachung
- AnwendungEnergieüberwachung für Kälteanlagen
- AnwendungEnergiemonitoring im Supermarkt
- AnwendungLastverschiebung für Kälteanlagen
- RechnerModbus-Registeradresse umrechnen
- RechnerModbus-Datendecoder
- LeitfadenKälteregler über Modbus auslesen: Danfoss, Carel und Dixell
- LeitfadenModbus-Inbetriebnahme über RS-485
- LeitfadenCarel MPXPRO
- LeitfadenCarel ir33+ Plattform
- HerstellerGeräte von Carel
- ProtokollModbus-Geräte und Registertabellen
- KategorieKälteregler
Produktnamen und Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern. Die Veröffentlichung bedeutet weder eine Empfehlung noch eine Geschäftsbeziehung.






