Gebäudeleistung

EPBD-Neufassung 2024: Anforderungen und Regeln zur Gebäudeautomation

Was die EPBD-Neufassung, Richtlinie (EU) 2024/1275, verlangt und bis wann: Nullemissionsgebäude, Mindeststandards, Solarpflicht, Energieausweis und BACS.

Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) setzt den Rahmen, dem jede nationale Energievorschrift für Gebäude in der EU folgen muss. Ihre Neufassung von 2024, die Richtlinie (EU) 2024/1275, ist am 28. Mai 2024 in Kraft getreten, und die Mitgliedstaaten mussten den Großteil bis zum 29. Mai 2026 in nationales Recht umsetzen. Sie macht Nullemissionsgebäude zum Standard für Neubauten, setzt Mindestnormen für die Gesamtenergieeffizienz, die eine Sanierung der schlechtesten Nichtwohngebäude erzwingen, führt Solaranlagen schrittweise ein, stellt Energieausweise auf eine gemeinsame Skala von A bis G und verlangt Systeme für Gebäudeautomation und -steuerung (BACS) in größeren Nichtwohngebäuden.

Dieser Leitfaden fasst die Neufassung insgesamt zusammen und behandelt dann Artikel 13: Gebäudeautomation, Innenraumqualität und automatische Beleuchtungssteuerung, also die Teile, die festlegen, was ein Gebäude messen und steuern muss.

Was die EPBD verlangt: die Neufassung von 2024 im Überblick

AnforderungArtikelInhaltTermin in der Richtlinie
Umsetzung35Die meisten Bestimmungen in nationalem Recht29. Mai 2026
Nullemissions-Neubauten7Neubauten im Eigentum öffentlicher Stellen, dann alle Neubauten1. Januar 2028; 1. Januar 2030
Mindestnormen für Nichtwohngebäude9(1)Nationale Schwellenwerte bei den schlechtesten 16 %, dann 26 % des Nichtwohngebäudebestands; jedes Gebäude muss darunter saniert werden2030; 2033
Sanierungspfad für Wohngebäude9(2)Durchschnittlicher Primärenergieverbrauch von Wohngebäuden gegenüber 2020 um 16 %, dann um 20 bis 22 % gesenkt; mindestens 55 % der Senkung durch Sanierung der 43 % schlechtesten Wohngebäude2030; 2035
Solaranlagen10(3)Soweit technisch und wirtschaftlich geeignet: neue öffentliche und Nichtwohngebäude über 250 m²; bestehende öffentliche Gebäude über 2.000 m², 750 m² und 250 m²; bestehende Nichtwohngebäude über 500 m² bei größerer Renovierung oder genehmigungspflichtigen Arbeiten; alle neuen Wohngebäude31. Dezember 2026; 2027, 2028 und 2030; 31. Dezember 2027; 31. Dezember 2029
Renovierungspässe12Ein nationales System, für Eigentümer freiwillig, sofern der Mitgliedstaat es nicht verpflichtend macht29. Mai 2026
Gebäudeautomation und -steuerung13(9) und 13(10)BACS in Nichtwohngebäuden mit erfassten Anlagen über 290 kW, dann über 70 kW31. Dezember 2024; 31. Dezember 2029
Überwachung der Innenraumqualität13(10)(d)Innenraumqualität als zusätzliche BACS-Fähigkeit29. Mai 2026
Automatische Beleuchtungssteuerung13(12)Zonierte Steuerung mit Anwesenheitserkennung in denselben Gebäuden31. Dezember 2027 (290 kW); 31. Dezember 2029 (70 kW)
Förderung von Heizkesseln für fossile Brennstoffe17(15)Keine finanziellen Anreize für eigenständige mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizkessel1. Januar 2025
Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz19Geschlossene Skala von A bis G: A ist ein Nullemissionsgebäude, G die schlechtesten Gebäude des nationalen Bestands; optional eine Klasse A+Vorlage bis 29. Mai 2026

Quellen: Richtlinie (EU) 2024/1275 und die EPBD-Seiten der Europäischen Kommission. Die Termine sind die der Richtlinie. Ein nationales Gesetz kann einen Termin vorziehen, die Schwellenwerte festlegen, die einen Standard erst anwendbar machen, und bestimmen, wie ein Gebäude die Einhaltung nachweist.

Für Energie- und Gebäudetechnik-Teams entsteht aus drei dieser Anforderungen neue Messarbeit. Die Mindestnormen ordnen Gebäude nach gemessener oder berechneter Effizienz, ein Portfolio braucht also für jedes Gebäude eine belastbare Energiebilanzgrenze. Der Nullemissionsstandard und die Ausweisskala hängen vom Energiebedarf des Gebäudes und der erneuerbaren Erzeugung vor Ort ab, was eine Messung von Erzeugung und Netzbezug erfordert. Artikel 13 verlangt selbst die Überwachung, Protokollierung und Analyse des Energieverbrauchs. Der Rest dieses Leitfadens behandelt Artikel 13.

Wie Artikel 13 in den einzelnen Ländern gilt

Artikel 13 gibt eine gemeinsame Richtung für Gebäudeautomation, Innenraumqualität und automatische Beleuchtungssteuerung vor. Daraus entsteht keine einheitliche Einbaupflicht für jedes Gebäude in Europa. Die Mitgliedstaaten setzen die Richtlinie in nationales Recht um. Erst die nationalen Vorschriften bestimmen den durchsetzbaren Anwendungsbereich, Ausnahmen, Nachweise und das Inspektionsverfahren.

Diese Unterscheidung ist für länderübergreifende Projekte wesentlich. Frankreich wendet bereits eine BACS-Regelung für Anlagen mit mehr als 70 kW mit eigenen Fristen und einem separaten CEE-Förderweg für förderfähige GTB-Maßnahmen an. Deutschland hat eine Anforderung für Anlagen mit mehr als 70 kW im Gebäudeenergiegesetz verankert. In Irland und Italien gelten nationale Regeln für Teile des Gebäudebestands oberhalb von 290 kW, während spätere Stufen anhand der jeweils aktuellen nationalen Maßnahmen geprüft werden müssen. Für ein europäisches Gebäudeportfolio lässt sich ein gemeinsames Modell für technische Nachweise verwenden. Eine einheitliche rechtliche Prüfliste genügt jedoch ohne Prüfung der einzelnen Rechtsordnungen nicht.

Welche Nichtwohngebäude Artikel 13 erfasst

Artikel 13 Absatz 9 verpflichtet die Mitgliedstaaten, für Nichtwohngebäude mit erfassten Anlagen der folgenden effektiven Nennleistung BACS vorzuschreiben, sofern dies technisch und wirtschaftlich realisierbar ist:

StufeLeistung der erfassten AnlageEU-Frist
Erste BACS-StufeMehr als 290 kW31. Dezember 2024
Erweiterte BACS-StufeMehr als 70 kW31. Dezember 2029

Erfasst sind Heizungsanlagen, Klimaanlagen, kombinierte Raumheizungs- und Lüftungsanlagen sowie kombinierte Klima- und Lüftungsanlagen. Der Schwellenwert bezieht sich weder auf die elektrische Anschlussleistung des Gebäudes noch auf den jährlichen Energieverbrauch, die Grundfläche oder die Summe aller Verbraucher im Gebäude.

Halten Sie für jeden Standort die Anlagenliste, die Nennleistungen laut Typenschild, die Anordnung der Anlagen und die Berechnung der effektiven Nennleistung fest. Dokumentieren Sie, ob mehrere Erzeuger ein System bilden und wie Anlagen für den Regel- und Reservebetrieb berücksichtigt wurden. Stützt sich ein Projekt auf technische oder wirtschaftliche Undurchführbarkeit, bewahren Sie die nationale Prüfvorgabe und die datierten Nachweise für diese Beurteilung auf.

Die Stufe mit Frist zum 31. Dezember 2024 geht auf eine bereits in der früheren EPBD enthaltene Anforderung zurück. Die Neufassung ergänzt die Stufe über 70 kW. Eine versäumte nationale Frist aus dem Jahr 2024 wird nicht deshalb zu einer künftigen Pflicht, weil ein Projekt erst später beginnt. Prüfen Sie die aktuelle nationale Rechtslage und gegebenenfalls geltende Durchsetzungs- oder Nachbesserungsverfahren.

Welche Funktionen das BACS erfüllen muss

Artikel 13 Absatz 10 beschreibt die Funktionen des gesamten Systems für Gebäudeautomation und Gebäudesteuerung. Es muss Folgendes leisten können:

  1. den Energieverbrauch kontinuierlich überwachen, protokollieren und analysieren sowie eine Anpassung des Energieverbrauchs ermöglichen;
  2. die Energieeffizienz des Gebäudes anhand von Vergleichswerten bewerten, Effizienzverluste gebäudetechnischer Systeme erkennen und die für das Gebäude oder dessen technische Anlagen verantwortliche Person über Verbesserungsmöglichkeiten informieren;
  3. mit angeschlossenen gebäudetechnischen Systemen und Geräten kommunizieren sowie über unterschiedliche proprietäre Technologien, Geräte und Hersteller hinweg funktionieren; und
  4. die Innenraumqualität überwachen.

Nach den Umsetzungshinweisen der Kommission könnten die ersten drei Funktionsgruppen einem BACS der Klasse B nach EN ISO 52120-1 entsprechen. Diese Zuordnung ist ausdrücklich nur möglich, nicht verbindlich. Nutzen Sie die Norm, um Funktionen und Lücken systematisch zu prüfen. Die Klassenbezeichnung auf einem einzelnen Regler beweist nicht, dass das Gebäude, seine angeschlossenen Anlagen und die Betriebsabläufe die nationalen Rechtsvorschriften erfüllen.

Eine vollständige Planung ordnet jede Funktion nach Artikel 13 Geräten, Software, Daten und einer verantwortlichen Person zu. Beispielsweise kann ein Stromzähler die elektrische Leistungsaufnahme einer Kältemaschine erfassen, ein Regler den Betriebszustand und Sollwert bereitstellen, ein Analysesystem einen Anstieg der kWh je Einheit bereitgestellter Kälte erkennen und ein Arbeitsablauf den daraus entstehenden Alarm zuweisen. Keine einzelne Komponente erfüllt damit schon die gesamte Anforderung.

Anpassung bedeutet keinen unkontrollierten Fernzugriff

Die Möglichkeit, den Energieverbrauch anzupassen, muss innerhalb der dokumentierten Steuerungshierarchie der Anlage geplant werden. Sicherheitsfunktionen, Geräteschutz, Taktschutz und lokale Grenzwerte verbleiben im vom Hersteller freigegebenen Regler. Ein übergeordnetes BACS kann über eine dokumentierte Schnittstelle eine Betriebsart, ein Zeitprogramm oder einen begrenzten Sollwert anfordern.

Beginnen Sie mit ausschließlich lesendem Zugriff. Prüfen Sie Objekt- oder Registerkennung, Einheit, Datentyp, Zeitstempel und Datenqualität anhand der lokalen Anzeige und einer unabhängigen Messung. Geben Sie Schreibzugriff erst frei, wenn der Hersteller den beschreibbaren Datenpunkt sowie dessen Priorität oder Befehlsweg bezeichnet hat, der Gebäudebetreiber die Grenze der Steuerungseingriffe genehmigt und für Kommunikationsausfall, abgewiesene Befehle und lokale Übersteuerung sichere Zustände festgelegt sind. Zeichnen Sie den angeforderten und den erreichten Zustand getrennt auf.

Innenraumqualität und das Umsetzungsdatum 2026

Die Neufassung ergänzt die BACS-Funktionen um die Überwachung der Innenraumqualität. Artikel 13 Absatz 10 Buchstabe d verlangte diese Funktion bis zum 29. Mai 2026 für Gebäude im Anwendungsbereich von Artikel 13 Absatz 9, sofern sie technisch und wirtschaftlich realisierbar ist. Die Mitgliedstaaten mussten die Bestimmung bis zu diesem Zeitpunkt in nationales Recht umsetzen; ihre Regelungen bestimmen die praktische Anwendung.

Die Richtlinie schreibt keinen einheitlichen Sensorsatz vor. Wählen Sie Messgrößen und Messorte entsprechend den genutzten Räumen, deren Nutzung und den zu beurteilenden technischen Anlagen. Ein geeigneter Plan kann Folgendes umfassen:

  • Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit in repräsentativen belegten Zonen;
  • Kohlendioxid, wenn Belegung und Lüftungsleistung es zu einem aussagekräftigen Indikator machen;
  • weitere Schadstoffe oder Behaglichkeitsparameter, wenn die Nutzung und nationale Leitlinien dies begründen;
  • Belegungsdaten oder einen nachvollziehbaren Belegungsplan, damit sich die Bedingungen einordnen lassen;
  • Zustände der Lüftungs-, Heizungs- und Kühlanlagen, die die überwachten Zonen versorgen.

Legen Sie für jeden Datenpunkt den zulässigen Bereich, das Abtastintervall, die Aufbewahrungsdauer, den Qualitätszustand, die Alarmschwelle und die für die Reaktion verantwortliche Person fest. Ein Sensor im Technikraum bildet die Bedingungen in Büros, Klassenräumen oder Verkaufsflächen nicht ab. Auch ein Mittelwert kann eine dauerhaft schlecht versorgte Zone verdecken. Bewahren Sie deshalb Werte je Zone auf, wenn die Anlagenplanung dies vorsieht.

Die Überwachung der Innenraumqualität ist keine Erlaubnis, zugunsten von Energieeinsparungen die Behaglichkeit zu verschlechtern. Sie soll zeigen, ob nach Änderungen des Energieeinsatzes und des Betriebs die vereinbarten Bedingungen eingehalten wurden. Sinkt durch einen Steuerungseingriff der Verbrauch, während Temperatur oder Luftqualität ihren zulässigen Bereich verlassen, ist damit keine Effizienzverbesserung nachgewiesen.

Automatische Beleuchtungssteuerungen bilden eine eigene Stufe

Artikel 13 Absatz 12 verpflichtet die Mitgliedstaaten, bei technischer und wirtschaftlicher Realisierbarkeit Anforderungen an automatische Beleuchtungssteuerungen für Nichtwohngebäude mit denselben Kategorien erfasster Heizungs- und Kühlanlagen festzulegen:

Stufe der BeleuchtungssteuerungLeistung der erfassten AnlageEU-Frist
Erste StufeMehr als 290 kW31. Dezember 2027
Erweiterte StufeMehr als 70 kW31. Dezember 2029

Die Steuerungen müssen zweckmäßig zoniert sein und Anwesenheit erkennen können. Diese Pflicht ist von der Installation eines BACS zu unterscheiden. Ein BACS-Projekt sollte Beleuchtungszonen, Anwesenheitssignale, Zeitprogramme und Energiemessungen aufeinander abstimmen. Die Beleuchtungspflicht ist jedoch nicht schon erfüllt, weil das BACS einen Beleuchtungsstromkreis anzeigen kann.

Die nationale Umsetzung kann Anlagengrenzen, Ausnahmen, Inbetriebnahme und Inspektion näher bestimmen. Prüfen Sie diese Vorschriften, bevor Sie den Umfang festlegen oder ein Projekt abnehmen.

Überwachung und Steuerung in Wohngebäuden

Artikel 13 Absatz 11 verpflichtet die Mitgliedstaaten außerdem, Anforderungen für bestimmte neue Wohngebäude und Wohngebäude bei größerer Renovierung festzulegen, sofern dies technisch, wirtschaftlich und funktional realisierbar ist. Zu den Funktionen gehören eine kontinuierliche elektronische Überwachung, die die Effizienz der Anlagen misst und Eigentümer oder Verwalter über erhebliche Abweichungen und Wartungsbedarf informiert, eine wirksame Steuerung von Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Nutzung von Energie sowie die Fähigkeit, auf externe Signale zu reagieren.

Die Mitgliedstaaten dürfen Einfamilienhäuser bei größerer Renovierung ausnehmen, wenn die Installationskosten den Nutzen übersteigen. Wie die Pflicht in der Praxis gilt, bestimmt das nationale Recht. Übertragen Sie den Schwellenwert von 70 kW für Nichtwohngebäude nicht auf die Beurteilung eines Wohngebäudes. Gehen Sie auch nicht davon aus, dass eine einzelne Konfiguration für ein Haushaltsgerät in jedem Land ausreicht.

Ein Nachweismodell für mehrere Standorte aufbauen

Ein gemeinsames Nachweismodell verringert wiederholte Planungsarbeit, ohne gleichlautende Rechtsvorschriften vorauszusetzen.

NachweisebeneAufzuzeichnende AngabenUnterstützte Entscheidung
Rechtlicher AnwendungsbereichLand, Gebäudenutzung, Anlagentyp, Nennleistung, anwendbare nationale Vorschrift und Prüfung von AusnahmenOb Gebäude und Anlage erfasst sind
EnergieabgrenzungGesamtmengen für Strom, Brennstoffe, Wärme und Kälte, mit Unterzählern abgeglichenOb die Energieaufzeichnung vollständig ist
Technische AnlagenEnergiezufuhr, Nutzenergie, Betriebszustand, Sollwert, Betriebsart, Zeitprogramm und AlarmOb sich Verbrauch und Effizienz erklären lassen
Belegte ZonenWert der Innenraumqualität, Belegungskontext, versorgende Anlage und zulässiger BereichOb der Betrieb die vorgesehenen Innenraumbedingungen einhält
InteroperabilitätDatenpunktliste, Protokoll, Adresse, Einheit, Typ, Berechtigungen, Zeitstempel und DatenqualitätOb Systeme verwendbare Daten austauschen
AnpassungAnforderung, Priorität, Grenzwert, lokale Übersteuerung, erreichter Zustand und RückfallverhaltenOb ein Steuerungseingriff begrenzt und nachprüfbar ist
ReaktionFeststellung, Empfänger, Maßnahme, Abschluss und gemessenes ErgebnisOb die verantwortliche Person informiert wurde und gehandelt hat

Nehmen Sie die gesamte Daten- und Steuerungskette unter definierten Bedingungen in Betrieb. Vergleichen Sie Energiesummen mit einer unabhängigen Referenz. Ändern Sie ein zulässiges Zeitprogramm oder einen Sollwert und prüfen Sie die Reaktion der Anlage. Lösen Sie einen definierten Alarm aus, unterbrechen Sie die Kommunikation und prüfen Sie, ob veraltete Daten erkennbar sind und die Wiederherstellung dokumentiert wird. Prüfen Sie, ob ein anderes System die benötigten Werte mit Einheiten, Zeitstempeln und Qualitätszuständen erhält.

Ersetzen Sie fehlende Werte nicht durch null und schreiben Sie den letzten Wert nicht ohne Kennzeichnung der Datenqualität fort. Beides kann einen Kommunikationsausfall als scheinbaren Nachweis erscheinen lassen. Halten Sie Rohmesswerte, berechnete Kennzahlen, Anmerkungen des Betreibers und Steuerungsereignisse getrennt.

Vor einer Konformitätsaussage nationales Recht prüfen

Die Frist zur Umsetzung der einschlägigen EPBD-Bestimmungen in nationales Recht war der 29. Mai 2026. Umsetzung bedeutet keine einheitliche Anwendung in allen Mitgliedstaaten. Eine nationale Regelung kann die Berechnung des Schwellenwerts, die Prüfung der Realisierbarkeit, den Fristenverlauf, die zuständige prüfende Person, Wartungspflichten, die Aufbewahrung von Nachweisen und Sanktionen festlegen.

Beantworten Sie vor der Beschaffung anhand des aktuellen nationalen Wortlauts diese Fragen:

  1. Welche Gebäudenutzungen und technischen Anlagen sind erfasst?
  2. Wie wird die effektive Nennleistung bei mehreren Erzeugern oder Anlagen berechnet?
  3. Welcher Stichtag gilt für ein Bestandsgebäude, einen Anlagenaustausch oder eine neue Baugenehmigung?
  4. Wie werden technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit geprüft und dokumentiert?
  5. Welche BACS-, Innenraumqualitäts- und Beleuchtungsfunktionen gelten bereits?
  6. Welche Pflichten zu Inspektion, Wartung, Schulung und Aufbewahrung von Unterlagen gelten?
  7. Wer trägt die Pflicht und welche Behörde setzt sie durch?

Unsere Leitfäden zu den französischen BACS-Vorschriften, zum deutschen Gebäuderecht, zu den irischen BACS-Vorschriften und zu den italienischen BACS-Vorschriften wenden diese Methode auf aktuelle nationale Quellen an.

Wie EpiSensor dazu beiträgt

EpiSensor stellt eine Ebene für betriebliche Messung und Integration rund um bestehende gebäudetechnische Anlagen bereit. Strommessgeräte können die Abgänge für Heizung, Kühlung, Lüftung, Pumpen und Beleuchtung getrennt erfassen. Über Impuls- und M-Bus-Schnittstellen lassen sich die Zählerstände von Gas-, Wasser- und Wärmezählern erfassen. Modbus- und Analogschnittstellen können dokumentierte Reglerzustände und Prozessmesswerte in Edge einbinden. Ein Gateway kann die Aufzeichnungen am Standort vorhalten und die erfassten Daten über Modbus TCP, MQTT oder HTTP weitergeben.

Damit lassen sich Messlücken schließen, ältere Geräte anbinden und unabhängige Nachweise für ein übergeordnetes BMS bereitstellen. Allein dadurch erfüllt ein Gebäude die Vorschriften noch nicht. Die gesamte Installation muss alle anwendbaren nationalen Funktionen bereitstellen, die erforderlichen Anlagen und Zonen erfassen und die vorgeschriebenen Verfahren für Inbetriebnahme, Wartung oder Inspektion durchlaufen.

Nutzen Sie den Leitfaden zum Energiemonitoring für Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, um die Anlagengrenzen festzulegen. Planen Sie anschließend mit dem Leitfaden zur BMS- und SCADA-Integration den Datenweg. Die Bestätigung der Rechtskonformität verbleibt beim Gebäudeeigentümer, bei den Planenden und bei fachkundigen Personen für das jeweilige nationale Recht.

Häufige Fragen

Was ist die EPBD?

Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) ist das EU-Recht, das festlegt, wie die Mitgliedstaaten die Energieeffizienz neuer und bestehender Gebäude regeln. Die geltende Fassung ist die Neufassung von 2024, Richtlinie (EU) 2024/1275. Sie macht Nullemissionsgebäude zum Standard für Neubauten, setzt Mindestnormen für die Gesamtenergieeffizienz der schlechtesten Nichtwohngebäude, führt Solaranlagen schrittweise ein, vereinheitlicht die Energieausweise und verlangt Gebäudeautomation und -steuerung in größeren Nichtwohngebäuden.

Welche Fristen gelten nach der EPBD?

Die Neufassung ist am 28. Mai 2024 in Kraft getreten; die meisten Bestimmungen waren bis zum 29. Mai 2026 umzusetzen. Neubauten im Eigentum öffentlicher Stellen müssen ab 1. Januar 2028 Nullemissionsgebäude sein, alle Neubauten ab 1. Januar 2030. Die erste Solarstufe gilt für neue öffentliche und Nichtwohngebäude über 250 m² bis 31. Dezember 2026. Gebäudeautomation gilt über 290 kW bis 31. Dezember 2024 und über 70 kW bis 31. Dezember 2029. Welche Termine in einem Land gelten, legt das nationale Recht fest.

Ab welcher Leistung verlangt die EPBD Gebäudeautomation?

Artikel 13 stellt auf die effektive Nennleistung erfasster Heizungsanlagen, Klimaanlagen, kombinierter Heizungs- und Lüftungsanlagen oder kombinierter Klima- und Lüftungsanlagen ab. Die Stufen gelten bei mehr als 290 kW bis zum 31. Dezember 2024 und bei mehr als 70 kW bis zum 31. Dezember 2029, soweit technisch und wirtschaftlich realisierbar.

Verlangt die EPBD schon jetzt in jedem Gebäude über 70 kW ein BACS?

Nein. Die Stufe über 70 kW für Nichtwohngebäude ist bis zum 31. Dezember 2029 umzusetzen und bedarf der Umsetzung in das Recht jedes Mitgliedstaats. Aktuelle nationale Schwellenwerte, Ausnahmen und Durchsetzungsverfahren unterscheiden sich. Prüfen Sie vor der Festlegung der Pflichten das Recht des Landes, in dem das Gebäude steht.

Welche Funktionen muss ein BACS nach der EPBD erfüllen?

Artikel 13 verlangt die kontinuierliche Überwachung, Protokollierung und Analyse des Energieverbrauchs, dessen Anpassung, Effizienzvergleiche und die Erkennung von Verlusten, Informationen für die verantwortliche Person, interoperable Kommunikation und die Überwachung der Innenraumqualität. Das Gesamtsystem muss die jeweils anwendbaren Funktionen bereitstellen.

Ist Klasse B nach EN ISO 52120-1 gemäß EPBD vorgeschrieben?

Nach den Umsetzungshinweisen der Kommission könnten die Funktionen aus Artikel 13 Absatz 10 Buchstaben a bis c einem BACS der Klasse B nach EN ISO 52120-1 entsprechen. Das ist ein Hinweis zur Beurteilung der Funktionen. Eine Produktklasse oder ein Zertifikat gilt dadurch nicht automatisch als Nachweis der Erfüllung nationaler Rechtsvorschriften.

Erfüllt ein Energie-Dashboard Artikel 13?

Ein Dashboard kann einen Teil der Überwachungs- und Analysefunktion erfüllen. Für sich allein weist es weder die Anpassung des Energieverbrauchs noch die Erkennung von Effizienzverlusten, die Information der verantwortlichen Person, Interoperabilität, die Überwachung der Innenraumqualität oder die Erfüllung nationaler Umsetzungsvorschriften nach.